Vorgeschichte

Feuer.

Ich war ein kräftiges Kind, kein fettes, aber ich kam mir immer fett vor. Meine Eltern trennten sich, wir zogen in ein anderes Bundesland. Während der Umzug im vollen Gange war, hatte ich einen Reitunfall. Kopfverletzung, Krankenhaus, 1-jähriges Verbot jeglicher Bewegung, die über langsames Gehen hinausging. In diesem Jahr nahm ich zwanzig Kilo zu. Die Kilos blieben.

Später machte ich sechs Wochen Kur in einem Kinderkurheim. Ich hatte diese Kur gewollt – bis zu dem Zeitpunkt, als ich die Station sah. Es war grausam. Sechs Kilo nahm ich ab. Langsam, aber beständig legte ich zu und zu und zu. Ich nahm an einem Programm unserer Hausärztin teil. Pulverfressen unter ärztlicher Anleitung. Nach zwei Wochen musste beim Gedanken an das Pulver fast erbrechen. Ob und wieviel ich dabei abnahm, weiß ich nicht mehr.

Als ich zwanzig war, wollte ich meine Cousine nach Thailand begleiten. Land der kleinen Leute. Ich nahm zehn Kilo ab – von 91 auf 81 Kilo. Der Sommer war toll. Ich fühlte mich gut und schön und grossartig. Es half, dass Thais nicht mit Komplimenten sparen. Im Anschluß an diesen Sommer traf ich eine wichtige Entscheidung. Danach kehrte der alte Trott wieder ein.

Drei Jahre später ging ich zu den Weight Watchers. Mein Startgewicht? 97 Kilo. Der Schock, den ich in diesem Moment empfand, half konsequent zu bleiben. Innerhalb eines Jahres nahm ich 24 Kilo ab und hielt das Gewicht ein paar Monate. Danach gings wieder aufwärts.

Mit einem Startgewicht von 88,4 Kilo beginne ich neu. Es soll das letzte Mal sein. Etwas ist diesmal anders. Ich akzeptiere, dass ich Ängste und Schwächen habe, die mir im Wege stehen. Nicht nur bei der Abnahme, sondern in vielen Bereichen meines Lebens. Ich weiß das jetzt.

Mein Ziel ist nicht ein dünneres, sondern ein gesünderes, fröhlicheres und stärkeres Ich.

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