Alle Einträge vom April 2006

Unterbrechung des Programms

Okay, mich gibt’s Montag wieder. Have a nice weekend!

P.S. Nicht abnehmrelevant, aber was zum grinsen gibt’s hier.

Vergessen zu essen

In letzter Zeit vergesse ich häufig zu essen. Drei Beispiele des heutigen Tages:

Woran das liegt? Keine Ahnung. Ist mal eine sehr interessante Erfahrung. Essen einfach stehenzulassen, nicht sofort zu vernichten, kenne ich von mir wirklich nicht. Auf der anderen Seite macht genau dies die Sache aber auch so seltsam.

Und nein, dieses Verhalten kann für meine Rekordabnahme in der letzten Woche nicht verantwortlich sein. Ich achte schon darauf, am Ende eines Tages genug gegessen zu haben.

Mit besagter Rekordabnahme ist es übrigens seit heute vorbei. Aktueller Wiegestand: +0,5 Kilo. Wenn das nicht meine Tage sind, dann heiß’ ich Olaf.

Ein Nachmittag in der Karlsaue

Pavillon auf einer Insel in der Karlsaue.

Kassel hat zwei wunderschöne Parks: den Bergpark, vom Herkules gekrönt und die nahe der Innenstadt gelegene Karlsaue. Beide sind von Charakter und Atmosphäre grundverschieden, doch beide sind absolut sehenswert und jedem Besucher der Stadt zu empfehlen.

Nach Berg war Tapsi und mir gestern nicht wirklich zu Mute und so verbrachten wir den Nachmittag in den Karlsauen. Im Park herrscht Leinenzwang, doch seine Weitläufigkeit ermöglicht es, ruhige Wiesen zu finden auf denen man seinen Hund ableinen kann, ohne jemanden zu stören. Tapsi brauchte keine Aufforderung, um in Windeseile einen Stock für ihr liebstes Spiel, Apportieren, herbeigeschafft zu haben.

Während auf den Hauptwegen entlang der Kanäle reger Verkehr herrschte, verirrten sich nur wenige Besucher auf die schmaleren Nebenwege. Dabei gibt es hier die lauschigsten Ecken zu entdecken. Überrascht haben mich die vielen Wildgänse, die auf den Wiesen weideten und recht laut mit einander kommunizierten.

Hier ist ein Satellitenbild der Karlsaue von Google (die Bildqualität ist noch besser als bei goyellow.de). Wir sind mehr gelaufen, als man anhand des Bildes und des Wortes “Park” vermuten könnte. Leider kann ich unseren Weg nicht mehr nachvollziehen, stellt euch einfach zwei enge, sich überlappende Zickzack-Muster vor. Auch vagabundierten wir in Richtung Süden aus dem Park hinaus, die Fuldaauen entlang, was wir aber getrost hätten lassen können; der Weg (es gibt nur einen) ist, um es gelinde zu sagen, uninteressant.

Auf dem Heimweg machten wir noch einen Umweg um dringende Einkäufe zu erledigen (Tapsi wartete mucksmäuschenstill!) und als wir endlich nach Hause kamen, waren wir viereinhalb Stunden unterwegs gewesen. Das schließt eine lange Lesepause auf einer schön gelegenen Bank mit ein. Heute Morgen allerdings machte Tapsi unmissverständlich klar, dass sie für diesen Tag keine längeren Ausflüge wünschte. Daher haben wir “einen Ruhigen geschoben” und nur kleine Runden gedreht. Darf auch mal sein.

Das “Wandern” zeigt Erfolg: heute zeigte die Waage (ich bin für meine Seitensprünge vom Vorsatz “nur einmal wöchentlich wiegen” ja bekannt) 84,9 Kilo an. Und da mein Wiegetag letzte Woche ja auf Donnerstag fiel, ist dies tatsächlich die Woche mit der größten Abnahme bislang. Richtig schön, wieder die vier vorm Komma zu sehen.

85,2 Kilo

Wiegetag Minus 0,9 Kilo. Damit ist Ostern zwar noch nicht wiedergutgemacht, aber die Richtung stimmt (Abnehmende und Achterbahnfahrer sind vermutlich die einzigen, die sich über den Satz “Es geht abwärts” freuen können). Noch dazu ist dies meine bisher zweithöchste Wochenabnahme überhaupt!

Ich wäre höchsterfreut, könnte ich nächste Woche, trotz Periode, dieses Gewicht halten oder sogar ein bisschen abnehmen. Essenstechnisch bin ich zur Zeit sehr zufrieden mit mir und mit Tapsis Unterstützung sollte das doch zu schaffen sein.

He. Mir ist gerade aufgefallen, dass vermutlich kaum ein Wiegetagseintrag existiert, in dem ich meinen Zyklus nicht erwähne. Sei es in dem Zusammenhang vor, zur Zeit oder gerade vorbei. Was soll ich sagen? Ich kann von meinen Lesern nicht erwarten, sich meinen Zyklus zu merken (das gelingt mir selbst nur ungenau) andererseits gefällt es mir, etwas zu haben, das ich für die lästigen Nadelsprünge verantwortlich machen kann. Daher wird’s bei dieser Art Info bleiben. Sorry, Männer.

Gut gelaufen

Was haben wir uns heute bewegt! Zuerst hat Tapsi ihre erste Straßenbahnfahrt bravourös gemeistert, dann sind wir in einem großen Bogen durch Felder und Wälder einen Wald zur Fulda und diese entlang bis nach Hause gelaufen.

Zur Verdeutlichung (Klick aufs Bild macht’s größer.)

Satellitenkarte mit eingezeichneter Strecke

Die für die Collage verwendeten Satellitenbilder stammen von goyellow.de. Hier geht’s zu den zoombaren Koordinaten.

Das erste Stück nach dem Ausstieg aus der Bahn war öde. Ein Schrebergartenverein und danach nichts als Felder. Kein Strauch, kein Baum, kein Halt für das Auge. Nicht nur ökologisch, auch für mein Gemüt sind gut strukturierte Landschaften wichtig. Doch ich schweife ab. Die Sonne brannte uns auf Haut und Pelz und als wir endlich Bäume erreichten, waren wir beide dankbar für Schatten und Kühle. Mit großer Begeisterung hüpfte Tapsi in einige große Pfützen, während ich versuchte, drüber oder um sie herum zu hüpfen.

Später am Nachmittag sollten graue Wolken aufziehen, wir aber hatten Glück. Der Frühling zeigte seine schönsten Seiten. Am Waldrand blühten weiße und gelbe Blumen, Zitronenfalter flatterten und ein enormes Konzert von Vogelstimmen klang rundherum (raushören konnte ich nur den Kuckuck). Am eindrucksvollsten war das grüne, grüne Gras.

Grünes Gras, kaum belaubte Bäume und ein Hochsitz.

Nachdem wir die Fulda erreicht hatten und ein Stück an ihr entlang gelaufen waren (zur Tapsis Enttäuschung konnte sie nicht schwimmen; das Ufer war zu steil) musste ich mich entscheiden: Sollten wir, wie geplant, die Straßenbahn zurück nehmen oder sollten wir weiterlaufen? Tapsi, mit ihren fast zwölf Jahren nicht mehr die Jüngste, war immer noch fit und so bestritten wir die letzte Etappe zu Fuß.

Das allerletzte Stück, durch die Stadt, passte zwar nicht so zur Stimmung des Spaziergangs, es war laut, heiß und stank nach Abgasen (außerdem musste ich, verschwitzt und zerzaust wie ich war, über den Campus laufen), doch schließlich kamen wir wohlbehalten und zufrieden zu Hause an. Tapsi fiel nach dem Füttern plumpsend auf eine Seite und gab stundenlang keinen Mucks und kein Muskelzucken von sich, ich stellte mich unter die kalte lauwarme Dusche.

Die Menschen die uns begegnet sind, könnte ich an einer Hand abzählen. Erst später, auf dem Fuldawanderweg düsten einige Radfahrer an uns vorbei. Ganz automatisch, wunderte ich mich zuerst: So ein schöner Tag, so ein schöner Weg – wo sind die Leute? Dann fiel mir ein: Ohne Tapsi wäre auch ich sonst wo (vermutlich vor meinem Computer), nur nicht spazieren. Personal Trainer, sagte ich doch.

Mein Personal Trainer

Tapsi bellt.
Nachdem meine Mutter vor ihr in die Toskana geflohen ist, hält sie nun mich auf Trab.

Wenn wir so im Laufschritt durch die Stadt hetzen, besteht ein Großteil meiner Motivation darin, stinkende Missgeschicke zu vermeiden. Tapsi, das Landei, weiß einfach nicht, was sich gehört.

Tortilla-Pizza

Mein Lieblings-Foodblog, delicious:days, ließ mir mit seinem neusten Eintrag, Datterinios & Pasta, das Wasser im Munde zusammenlaufen. Spaghetti mit köstlicher selbstgemachter Tomatensoße. Schmatz. Nicht viel später lag eine große Packung Cocktail-Tomaten in meinem Einkaufswagen. Das Essen für Sonntag war damit gesichert.

Für heute suchte ich noch etwas für den kleinen Hunger. Als ich unentschlossen zwischen den Regalen meine Bahnen zog, fiel mir eine Rezeptidee von Put Down the Donut ein: Super Easy Personal Pizza. Flink waren Tortillas gekauft und mit ein paar kleinen Adaptionen gelang mir in kürzester Zeit meine erste Tortilla-Pizza.

Tortilla-Pizza

Während dieses Rezept quasi die Basisversion darstellt, freue ich mich schon darauf, beim nächsten Belegen meiner Phantasie freien Lauf lassen. Blattspinat, Paprika, Putenbrust – alles ist möglich. Ich vermute, dass Zutaten, die längere Garzeiten benötigen (z.B. Paprika), in sehr feine Streifen geschnitten oder vorgedünstet werden sollten.

Auch könnten noch Kalorien, Fett und Punkte gespart werden, ließe man das Öl und, vor allem, den Käse weg.

Zubereitung

Den Backofen vorheizen und einige Tropfen Öl sowie das Tomatenmark auf dem Tortilla-Fladen verstreichen (Zur Ölmenge: Ich benutze eine Flasche mit Druckspender. Laut den Angaben entspricht einmal drücken dem Drittel des Volumens eines Teelöffels. Soviel habe ich verwendet). Den Knoblauch pressen oder in feine Scheiben schneiden, die Tomaten in Scheiben und Schalotte in Ringe schneiden und alles über den Fladen verteilen. Mit Salz, Pfeffer, Kräutern oder Gewürzmischung würzen und mit dem geriebenen Mozzarella bestreuen.

Backen, bis der Käse zerlaufen und der Fladen leicht gebräunt ist. Sicherheitshalber öfter nachschauen.

Tomaten, Zwiebeln, Käse, Hmmm!

Tortilla-Pizza

Nährwert: ca. 270 kcal, ca. 10 g Fett, 4,8 Points*

Backdauer und Temperatur: ca. 8 Minuten bei 180-200º

Zutaten:
1 Tortilla Fladen
einige Tropfen Öl
etwas Tomatenmark
Tomaten nach Belieben
Schalotte nach Belieben
20 g geriebener Mozzarella
Salz, Pfeffer
Kräuter oder Gewürze nach Geschmack

*Gemüse wurde bei der Pointsberechnung ignoriert.

P.S. Morgen (Sonntag) wird Fett weg! nicht aktualisiert.

Warum wir abnehmen

Sicher, es gibt viele Gründe für eine Abnahme. Gesundheit, Aussehen, Selbstbewusstsein…. Doch was treibt uns wirklich an? Was gibt uns die nötige Motivation? Was inspiriert uns?

Gleich mehrere abstrakte Ziele spuken auch durch meinen Kopf. Das Problem dabei? Abstrakt. Gesundheit? Wie aufregend. Gähn.

Es sind immer konkrete Bilder oder Vorstellungen, die mich antreiben:

Was ist mit euch? Was treibt euch an? Was sind eure Beweggründe abzunehmen? Eure Wunschvorstellungen?

86,1 Kilo

Wiegetag In der Krone des Baums der unmittelbar vor meinem Fenster steht, bauen zwei Elstern ein Nest. Sie tragen gar nicht mal so kleine Äste im Schnabel, was ihrem Flug eine ungewollte Komik verleiht. Im Flug zu navigieren und längere Strecken fallen ihnen schwer und so flattern sie unbeholfen von Ast zu Ast bis zu ihrem Nest.

Im Moment fühle ich mich wie ein nestbauender Vogel. Ich werde mein Ziel erreichen, da bin ich mir sicher, aber auf dem Weg dorthin liegen viele lange, schwere, unhandliche Äste.

Die Auskunft meiner Waage (+1,7 Kilo, Miststück) hat mich gezwungen, mich mit meinen Essgewohnheiten auseinander zu setzen. Noch Montag schrieb ich, es bestünden gute Chancen, dass ich nicht allzu viel zugenommen hätte. Und in gewisser Weise hatte ich Recht, so positiv zu denken. Immerhin hatte ich mich bei allen gemeinsamen Mahlzeiten recht vernünftig benommen. Was ich außer Acht gelassen hatte, war das nächtliche Naschen.

Seit jeher ist es so, dass ich nach stressigen Tagen oder Abenden eine Zeit für mich brauche. Zum Abschalten und Nichtdenkenmüssen. Meistens geschieht dies in der Nacht, wenn jeder andere gegangen ist oder schon schläft. Dann nehme ich mir irgendein Buch, schalte die Glotze auf irgendeinen Sender und stelle mein Oberstübchen auf Durchzug. Nur – leider schien diesmal Osterschokolade zu diesem Ritual zu gehören. Schokolade für die Nerven? Ich dachte, da wäre ich drüber hinweg.

Die ganze Zeit dachte ich, och, ein gefülltes Schoko-Ei, was kann das schon ausmachen? Nur, dass es nicht bei einem Ei oder einem Stückchen oder einem Riegel blieb.

In gewisser Weise bin ich froh, meine Schokolade aufgefuttert zu haben und zu Hause zu sein, wo nur ich kontrolliere, was in meinen Kühlschrank und in meine Schränke kommt. Ich sehe die letzten Tage als Erfahrung. Schmerzhaft zwar, doch als eine Erfahrung von der ich lernen kann und will. Beim nächsten Mal weiß ich, worauf ich (neben vielen anderen Dingen) achten muss.

In nächster Zukunft stehen einige Obsttage auf dem Programm.

~*~

J. hat sich gemeldet. Sie ist, nach einer zusätzlichen Zwischenlandung in Melbourne wegen Maschinenschadens, heil in Sydney gelandet

Eine heiße Dusche

…tut gut.

Stilisierte unbekleidete Frau, digitales Gemälde.