Magersucht-Blogs. Was tun?

Strichmännchen - Zu fett? Abnehm-Blogs – Ein harmloser Spaß? Anscheinend nicht immer. Bei der Suche nach Links für meine vorher/nachher Liste, bin ich zum ersten Mal mit einer Schattenseite dieser Blogkategorie konfrontiert worden: Magersucht-Blogs.

Ich spreche von Blogs, in denen eine groteske Relation von Körpergröße und Zielgewicht zum Kriterium gemacht wird. In denen die Kalorienaufnahme –sofern angegeben– weit unterhalb jeder gesunden Grenze liegt. In denen teilweise ganz offen über die regelmäßige Einnahme pharmazeutischer Hilfsmittel gesprochen wird.

Als mir bewusst wurde, was ich da las, war ich verblüfft. Vielleicht verblüffter, als ich nach Jahren der Internetnutzung hätte seien sollen. Dann folgte Entsetzen. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie mit Magersucht-Blogs umzugehen ist. Bekehren oder ignorieren?

Es ist schwer zu ertragen, solche Blogs, die oft unter der Bezeichnung „Diät-Tagebuch“ laufen, unkommentiert im Raum stehen zu lassen. Mit weniger als 400 Kalorien am Tag lebt es sich wunderbar, sagst du? Klar. Ich hoffe nur, keine leicht zu beeindruckende Seele nimmt sich diese „Weisheit“ zu Herzen.

Doch würde es helfen, den Frauen zu schreiben? Zu sagen, dass man sich Sorgen macht? Dass man meint, sie litten an einer Essstörung? Könnte es solches Verhalten eine Hilfe sein? Oder wäre es eine Anmaßung? Kontraproduktiv?

Wenn ich irgend kann, gehe ich Meinungsverschiedenheiten im Netz aus dem Weg. Ich habe kein Interesse an Bloggerkriegen. Und im realen Leben käme ich nie auf die Idee, eine fremde, unterernährt wirkende Person auf eine eventuelle Essstörung anzusprechen. Im realen Leben stellt sich aber auch keine an einer Essstörung leidende Person auf den Marktplatz, um ihr verworrenes Selbstbild herauszuschreien oder ihre Hungerkuren zu propagieren. Und sie erhielte dafür keinen Applaus. Im Internet finden sich zu jedem Thema zustimmend jubelnde Idioten.

Vergessen klappt nicht. Ignorieren würde ich am liebsten, weiß aber nicht, ob ich es kann.

Was meinst du?

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