Gut gelaufen

Was haben wir uns heute bewegt! Zuerst hat Tapsi ihre erste Straßenbahnfahrt bravourös gemeistert, dann sind wir in einem großen Bogen durch Felder und Wälder einen Wald zur Fulda und diese entlang bis nach Hause gelaufen.

Zur Verdeutlichung (Klick aufs Bild macht’s größer.)

Satellitenkarte mit eingezeichneter Strecke

Die für die Collage verwendeten Satellitenbilder stammen von goyellow.de. Hier geht’s zu den zoombaren Koordinaten.

Das erste Stück nach dem Ausstieg aus der Bahn war öde. Ein Schrebergartenverein und danach nichts als Felder. Kein Strauch, kein Baum, kein Halt für das Auge. Nicht nur ökologisch, auch für mein Gemüt sind gut strukturierte Landschaften wichtig. Doch ich schweife ab. Die Sonne brannte uns auf Haut und Pelz und als wir endlich Bäume erreichten, waren wir beide dankbar für Schatten und Kühle. Mit großer Begeisterung hüpfte Tapsi in einige große Pfützen, während ich versuchte, drüber oder um sie herum zu hüpfen.

Später am Nachmittag sollten graue Wolken aufziehen, wir aber hatten Glück. Der Frühling zeigte seine schönsten Seiten. Am Waldrand blühten weiße und gelbe Blumen, Zitronenfalter flatterten und ein enormes Konzert von Vogelstimmen klang rundherum (raushören konnte ich nur den Kuckuck). Am eindrucksvollsten war das grüne, grüne Gras.

Grünes Gras, kaum belaubte Bäume und ein Hochsitz.

Nachdem wir die Fulda erreicht hatten und ein Stück an ihr entlang gelaufen waren (zur Tapsis Enttäuschung konnte sie nicht schwimmen; das Ufer war zu steil) musste ich mich entscheiden: Sollten wir, wie geplant, die Straßenbahn zurück nehmen oder sollten wir weiterlaufen? Tapsi, mit ihren fast zwölf Jahren nicht mehr die Jüngste, war immer noch fit und so bestritten wir die letzte Etappe zu Fuß.

Das allerletzte Stück, durch die Stadt, passte zwar nicht so zur Stimmung des Spaziergangs, es war laut, heiß und stank nach Abgasen (außerdem musste ich, verschwitzt und zerzaust wie ich war, über den Campus laufen), doch schließlich kamen wir wohlbehalten und zufrieden zu Hause an. Tapsi fiel nach dem Füttern plumpsend auf eine Seite und gab stundenlang keinen Mucks und kein Muskelzucken von sich, ich stellte mich unter die kalte lauwarme Dusche.

Die Menschen die uns begegnet sind, könnte ich an einer Hand abzählen. Erst später, auf dem Fuldawanderweg düsten einige Radfahrer an uns vorbei. Ganz automatisch, wunderte ich mich zuerst: So ein schöner Tag, so ein schöner Weg – wo sind die Leute? Dann fiel mir ein: Ohne Tapsi wäre auch ich sonst wo (vermutlich vor meinem Computer), nur nicht spazieren. Personal Trainer, sagte ich doch.

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