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Warum Abnehmblogs aufgegeben werden

In diesem Sommer war ich nicht die einzige, die ihr Blog schleifen ließ. Wohin man auch schaut, überall findet man spärlich aktualisierte Blog. Woran das liegen könnte, habe ich mich gefragt und Antworten gefunden.

Der erste Enthusiasmus ist verflogen

Viele Blogs werden mit großen Plänen begonnen: Die Pfunde sollen weg und ein öffentliches Diättagebuch den Erfolg dokumentieren. Zunächst ist alles neu und spannend und läuft nach Plan. Die Kilos purzeln und man taucht in die Gemeinschaft der Diättagebücher und -Foren ein. Dann stockt die Abnahme. Plötzlich gibt es keine Erfolgsmeldungen mehr zu verkünden, das Ziel scheint weit entfernt. Frustration setzt ein.

Die Bikinifigur wurde nicht erreicht

Die Problematik ist die gleiche wie oben, nur lässt sich hier das Sommerloch besonders gut erklären. Oft wird mit der Abnahme im Frühjahr begonnen. Die Leute sehen sich im Geiste schon knackig schlank und braun gebrannt am Strand liegen. Wenn dann im Sommer noch eine Menge Speck an der Hüfte haftet, macht sich Enttäuschung breit. Viele schmeißen jetzt das Handtuch – und ihr Abnehm-Blog gleich hinterher.

Heißes Wetter

Banal, aber wahr: Bei großer Hitze sitzt niemand gerne vor einer grauen Kiste um lange Artikel einzutippen. Dafür locken leckeres Eis und kühle Getränke… Ein Diättagebuch kann da schon mal brachliegen.

Ausbleibendes Feedback

Das Schreiben der Einträge, das Design, die Kommunikation mit anderen Abnehm-Bloggern – alles erfordert die Investition von Hirnschmalz und Zeit. Wenn sich dann auch nach einiger Zeit keine Leser einstellen oder Kommentare ausbleiben, hat man schnell das Gefühl, das sei den Aufwand nicht wert.

Ansteckende Unlust

Aufgegebene Abnehm-Blogs implizieren die Aufgabe des gesamten Projekts „Abnehmen“ und wecken im Leser eigene Versagensängste. Dazu kommt, dass mit dem Verschwinden eines Bloggers andere Seiten einen Leser verlieren. Unlust greift um sich.

Die Liste macht deutlich, dass Abnehm-Blogs vor allem in schwierigen Phasen der Abnahme „geschmissen“ werden. Das ist vielleicht kein besonders überraschendes Ergebnis, aber schade. Besonders, weil die meisten Blogger anfangs die Hoffnung äußerten, mit ihrem Blog die harten Zeiten besser durchzustehen.