Persönlich
Eine nicht zu empfehlende Methode
… seine Nahrungszufuhr einzuschränken, ist, sich beim ersten Bissen Zunge und Gaumen zu verbrennen.
Gewichtsschwankungen während der Periode
Ich war über die relativ große Zahl an Besuchern überrascht, die über Suchanfragen wie „Gewichtsschwankungen + Periode“ auf Fett weg! gestoßen sind. Sei hilfsbereit, dachte ich, und googelte drauf los, um Leute auf informativere Seiten verweisen zu können. Doch – Pustekuchen! So einfach ist das nicht.
Gibt man die nahe liegenden Stichworte (Menstruation, Zyklus, Periode, Gewicht, Zunahme,…) in jedweder Kombination ein, erhält man auf den ersten Seiten von Google kaum seriöse Ergebnisse. Ein Vermerk von netdoktor.de erwähnt Gewichtszunahme als eines von mehren Symptomen von PMS (Prämenstruelles Syndrom), ein Flugblatt von pro familia (pdf) enthält dazu ganze zwei Sätze:
Während der Menstruation wird im Körper vermehrt Wasser eingelagert. Das wird aber nach der Regel wieder ausgeschwemmt.
Mehr iss nich’.
Zugegeben, eine längere, gut vorbereitete Recherche hätte vielleicht bessere Informationen ausgegraben. Aber: so viel zu tun, so wenig Zeit, so sehr liebe ich meine Leser dann doch nicht.
Immerhin, ganz umsonst war mein Suchen nicht. Zwei Perlen konnte ich entdecken (die allerdings nicht viel mit dem ursprünglichen Thema zu tun haben): Mahkah.com befasst sich in der Rubrik „Frauenkraft“ mit der spirituellen Seite des Zyklus. (Die Übung „Tanz das Blut“ gegen starke Krämpfe liest sich faszinierend.) Und schließlich erfährt man auf Mum.org, The Museum of Menstruation, wirklich alles, was man schon immer (oder noch nie) über „die Tage“ wissen wollte.
Dankbarkeit
Es ist gekommen und lebt sich ein.
Der gute Post-Mensch hat wahrscheinlich gedacht, ich hätte sie nicht mehr alle, als ich ihm breit grinsend ein lautes “Danke! Danke!” entgegen jubelte.
***
Ich weiß nicht mehr wann es war, gestern oder vorgestern, da bin ich durch die Programme geswitcht und ganz kurz, nicht mal eine Minute, auf Kabel 1 oder RTL 2 hängen geblieben.
Ein sehr, sehr dicker Mann müht sich von seiner Haustür bis zum Bürgersteig, wo er sich keuchend an einem Laternenpfahl festhält. Der gewaltige Bauch reicht ihm bis zu den Knien, die Proportionen sind fast grotesk verzerrt. Eine Reporterin fragt aus dem Off, warum er stehen geblieben sei, wie er sich fühle.
Er habe Knieschmerzen, antwortet der Mann.
Ich schaltete weiter und kurz danach ab. Weil ich ohnehin nichts mehr gucken wollte, weil ich nicht Zuschauer in einer menschlichen Freakshow sein wollte, weil es mir gut ging und ich wollte, dass es so bleibt, aber auch, weil ich etwas fühlte, von dem ich nicht wusste, ob ich es fühlen durfte. Riesengroße Dankbarkeit.
Dankbarkeit ist ein Gefühl, das ich meinen Körper gegenüber nicht oft verspürt habe. Gut, vielleicht ist das nichts besonderes, denn wieviele Menschen sind ihren Körpern schon dankbar? Kann man einem Körper dankbar sein? Aber ich bringe meinem Körper Gefühle entgegen. Meistens negative Gefühle: Ekel, Abscheu, Frustration, Enttäuschung, Ungeduld, ein difuses Unwohlsein.
Der Mann im Fernsehen hat mir gezeigt, wie viel es gibt, wofür ich dankbar sein kann. Ich kann weite Strecken gehen. Ich passe in Sitze von Bussen und Bahnen. Ich kann im Stehen meine Füße sehen, meine Schuhe binden, meinen Hintern abwischen. Ich kann Treppen steigen, meine Beine überschlagen, passe hinter Lenkräder und in meine Dusche (und Badewannen). Ich bin, so weit ich weiß, gesund. Ich habe keine Diabetes, keine Rücken- oder Knieschmerzen, ich kann Kinder bekommen.
Selbst mit meinem Höchstgewicht konnte ich das alles. (Na ja, in der Badewanne wurde es langsam eng). Selbst in Zeiten, in denen ich mich habe gehen lassen, in denen ich gefressen und geheult habe, in denen ich mich häßlich, fett und verloren fühlte, konnte ich das alles.
Es gibt so viel, wofür ich dankbar sein kann. Es geht mir gut.
Manchmal kommt es anders
Der versprochene nächste Teil der Serie “Erfolgreich abnehmen mit Mini-Zielen” zum Thema Ernährungstagebücher wird auf nächste Woche verschoben. Das hat zwei Gründe:
- Zwar bin ich ziemlich zufrieden mit mir, war die letzten Tage sehr diszipliniert, habe alles aufgeschrieben und meine sogar, schon interessante Entdeckungen gemacht zu haben. Andererseits fühle ich mich in meinen Erkenntnissen noch nicht so gesichert, dass ich darüber schreiben möchte, besonders nicht, wenn das Geschriebene auch anderen Lesern Informationen bieten soll.
- Ich habe eine größere Besorgung getätigt, die (büdde,büdde,büdde) heute geliefert wird. Bin ganz aufgeregt und lese viel im Internet, um mich vorzubereiten. Da blieb für dieses Blog nur wenig Zeit. Ich hoffe, mein Blog wird mir verzeihen. Immerhin plane ich, meine Besorgung* auch zum Nutzen und Wohle von Fett weg! einzusetzen. (*Etwas mysteriös, ich weiß, aber ich bin ganz kribbelig vor lauter Vorfreude und kann es noch gar nicht glauben. Es ist das teuerste und spannendste, was ich mir seit vielen, vielen Jahren geleistet habe.)
Die Ankündigung nicht einzuhalten tut mir leid. Auch, weil Fett weg! schließlich meiner Selbstkontrolle dienen soll und Disziplinlosigkeit ist dabei nicht förderlich. Aber aus den oben genannten Gründen fühle ich mich mit der Verschiebung wohler.
Um den Artikel mit einer positiven Note ausklingen zu lassen: Da das mit den Ernährungstagebüchern so gut funktioniert, achte ich schon verstärkt darauf, mehr Obst und Gemüse zu essen. Ebenfalls bisher recht erfolgreich (mein derzeitiges Tagesziel sind drei Portionen), wenn auch noch nicht ganz so abwechslungsreich wie von Ärzten und Apothekern empfohlen.
Frühlingserwachen
Der Frühling hat mich überrascht.
Gestern ging ich dick eingemummelt aus dem Haus, letzte Besorgungen fürs Wochenende erledigen und nach zehn Schritten merkte ich, etwas war anders. Die Luft roch anders, schmeckte anders, fühlte sich anders an. Es war warm.
Leute waren unterwegs und hasteten nicht von einem Geschäft zum nächsten sondern blieben stehen, unterhielten sich, telefonierten, aßen Eis. Farbe! Weniger schwarze Winterjacken.
heute spielten Kinder draußen. Die Sonne schien, blauer Himmel mit weißen Wolken. Aus meinem Gang zur Wahlurne machte ich einen schönen Spaziergang. Viele, viele Familen und Pärchen waren unterwegs. Den ganzen Tag war das Fenster offen und die Heizung abgedreht und ich habe kein einziges Mal gefroren. Es ist warm, es ist hell.
Es ist Frühling und ich liebe es!
Neues Design
Wer vergangene Nacht Fett weg! einen Besuch abstattete, wird ein ziemliches Chaos vorgefunden haben. Der Grund: Ich habe ein neues Design installiert und musste einiges anpassen und verändern. Lohn der Mühe? Ein schöneres und besseres Fett weg!
Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu tun, aber die sollten keinen Einfluß auf die Funktionalität der Seite haben. Stolpert aber dennoch jemand über ein Problem, bitte ich um einen Kommentar (hier) oder eine schnelle E-Mail.
Nervspruch der Woche
Nichts schmeckt so gut, wie schlank sein sich anfühlt.”
Es ist unmöglich, sich in Abnehm- oder gar Weight Watchers-Kreisen zu bewegen, ohne, dass einem dieser Spruch, in all seinen Variationen, auf Schritt und Tritt links und rechts um die Ohren gehauen wird. (Nein, im vorausgegangenen Satz ist kein sprachliches Bild zu viel, es ist wirklich so schlimm.) Ob als Signatur in Foren, aufmunternd gemeinter Schlachtruf, überstrapazierte Überschrift oder Standardrepertoire von Gruppenleiterinnen: ” Nothing Tastes As Good As Thin Feels” ist allgegenwärtig.
Es mag ja sein, dass der Spruch vor Jahrzehnten frisch und witzig klang, ich selbst fand ihn die ersten zwei- bis dreihundert mal auch ganz nett, doch lang, lang ist’s her.
Was ich heute denke? Hier ein jugendfreier Ausschnitt:
- Schmecken und Fühlen sind zwei separate Sinne. Mir ist nicht ganz klar, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Besonders, wenn
- Die Aussicht auf ein mysteriöses Schlankheitsgefühl in ein paar Jahren hilft mir bei meinem derzeitigen Schmacht auf Unmengen von Kaiserschmarren nur wenig. Der Gedanke an Mittwoch (denn Mittwoch ist Wiegetag) schon eher.
- Doch um auf der Ebene der Unlogik zu bleiben: Hat schon mal jemand den Vergleich gehört, schlank sein fühle sich besser an als Sex? Ich nicht. Den selben Vergleich in bezug auf Essen? Aber ja.
- Etwas gebetsmühlenartig zu wiederholen macht, die Sache nicht wahrer. Denkt an G.W. und seine Massenvernichtungswaffen im Irak.
Liebe Mitabnehmer, ich weiß ja, dass ihr es nur gut meint und gönne euch euren Enthusiasmus. Jedem das Motivationsmittel seiner Wahl, ist meine Meinung. Deshalb werde ich im direkten Kontakt mit euch vermutlich auf eine Konfrontation zu diesem Thema verzichten. Dennoch: Für etwas, sagen wir, Mäßigung und einen weniger inflationären Gebrauch wäre ich dankbar (und unsere Welt wäre eine bessere).
P.S. Übrigens: “Nichts schmeckt so gut, wie schlank sein sich anfühlt” als Signatur in einem Abnehmforum zu benutzen, ist die einfachste und sicherste Methode, in der Masse unterzugehen.
Die Fremde im Spiegel
Mit einer Abnahme von drei Kilo, befinde ich mich in einer Phase, in der erste Anzeichen des Erfolgs schon zu ahnen, aber noch nicht wirklich sichtbar sind. Ich streiche mit der Hand über meine Schulter, den Nacken. Es fühlt sich anders an, ungewohnt. Ich bin mir nicht sicher. Fühlt es sich anders an als vorher, spüre ich mehr Knochen oder bilde ich mir alles nur ein? Ist mein Gesicht tatsächlich schmaler? Meine Handgelenke schlanker?
Bei meiner ersten großen Abnahme mit Weight Watchers schmolzen die Pfunde nur so dahin. Es war fast, als könnte ich nicht nur die Veränderungen an sich, sondern sogar den Prozess der Veränderung selbst wahrnehmen. Ich schaute morgens in den Spiegel und war überrascht. Nur winzige Kleinigkeiten hatten sich verändert, nicht groß genug, um sie zu benennen zu können, doch sie ließen mein Spiegelbild fremd erscheinen. Das war nicht ich, dort im Spiegel, nicht die Laura, die ich kannte.
Die Veränderung meines Körpers zu spüren war unglaublich und wirkte fast wie ein Suchtmittel. Unvergessen der Tag, an dem ich zum ersten mal Daumen und Mittelfinger um mein Handgelenk legen konnte. Später Daumen und Zeigefinger. Das Gefühl, mit viel zu großen Ringen die Finger hinauf und hinab zu gleiten, zu spüren, wie meine Brüste nicht mehr aufliegen, zu merken, wie die Oberschenkel beim Gehen nicht mehr aneinander reiben. Das zu spüren ist großartig und erschreckend zu gleich. Ist dies noch mein Körper?
Auch mein Spiegelbild faszinierte mich. Dinge, die mich vorher abschreckten, bodenlange Wandspiegel, zogen mich magisch an. Ich drehte und wendete mich, wollte mich aus jedem Winkel betrachten, jede Veränderung entdecken. Es passierte auch, dass ich in der Stadt aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm, hinschaute und meine Reflektion in einer Schaufensterscheibe sah. Mehr als einmal blieb ich stehen, fassungslos: “Das kann nicht sein. Das bin nicht ich.”
Manchmal ertappe ich mich dabei, mit meiner Abnahme zu hadern. Es scheint dieses mal so unendlich langsam zu gehen. Wo ist der Morph-Effekt, wenn ich in den Spiegel schaue? Wo ist der sichtbar schmelzende Bauch? Wo sind die losen Ringe?
Manchmal bin ich dankbar, denn im Spiegel sehe ich immer noch mich selbst.
Hallo, mein Name ist Laura und ich bin ein Kochmuffel
Erinnert ihr euch, wie ich großmäulig davon erzählte, am Wochenende kochen zu wollen? Mit echten Lebensmitteln und allem Pipapo? Nun, daraus wurde nichts. (Oder ehrlicher: Daraus wurde eine halbe Katastrophe, zu der ich mich ausschweigen werde.)
Meine kulinarische Phantasie befindet sich seit einigen Jahren auf Weltreise und hat offenbar keine Absicht, in nächster Zeit mal wieder vorbeizuschauen.
Ich will ja kochen, mich bewusster ernähren. Immerhin lautet mein Wahlspruch Mein Ziel ist nicht ein dünneres, sondern ein gesünderes, fröhlicheres und stärkeres Ich. Und wie wir alle wissen, leben gesunde Menschen nicht ausschließlich von Tütensuppen und Dosenfraß. Doch selbst die Vorstellung von frischen, saftigen, aromatischen, selbst zubereiteten Speisen setzt keine herdgerichteten Energien in mir frei. Ich gebe meinen degenerierten Geschmacksnerven die Schuld.
Gerne würde ich auch meine Küche (wir sprechen von zwei Kochplatten, einem kleinen Kühlschrank, einer Spüle, dem Spülunterschrank und einem zweitürigen Oberschrank) für meine mangelnden Kochkünste verantwortlich machen. Pech, dass ich von Leuten weiß, die in ähnlich restriktiver Umgebung kleine kulinarische Wunder vollbringen. Daran kann es also nicht liegen.
Was kann ich tun? Heute habe ich mich offensichtlich für das Baden in Selbstmitleid entschieden. (Tut mir leid, soll nicht zu oft vorkommen.) Daneben versuche ich, mit leckeren Rezepten und hochauflösenden Bildern, meine kulinarische Phantasie zur Heimkehr zu bewegen.
Für Tipps, Ratschläge und Ideen bin ich jederzeit dankbar.
Gute Nachricht, schlechte Nachricht
Der Riss in meiner Lippe ist vollständig verheilt. Das nenn ich Selbstheilungskraft des Körpers!
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Der Surgeon General der USA nannte in einer kürzlich gehaltenen Rede Übergewicht den “Terror im Innern” und meinte, wenn man nichts dagegen unternehme, werde es die Terroranschläge vom 11. September 2001 bald in den Schatten stellen.
Hhhmmm. Angesichts der Tatsache, dass allein in den USA jährlich über 280.000 Menschen an den Folgen von Übergewicht sterben und angesichts der Tatsache, dass Übergewicht die Lebenserwartung drastisch senken kann, sollte man meinen, das wäre längst der Fall.
Ich vermute, was fehlt, sind ein paar laute Explosionen.
Ich bin Laura. Ich habe abgenommen. Und dann zugenommen. Und wieder abgenommen. Meine letzte Abnahme hat ehrliche