Motivation

83,4 Kilo

Wiegetag Als ich beim gestrigen inoffiziellem Zwischenwiegen die Zahl 83,1 sah, machte meine Vorstellungskraft große Sprünge. Schon sah ich die magische Zahl 82,9 meine Abnehmstatistik zieren. Dass Hochmut vor dem Fall kommt, sollte ich noch am selben Tag lernen. Genauer gesagt am späten Abend, als ich aus unerklärlichem Grund meinte es sei eine vertretbare Idee, eine Tüte Haribo und etliche Schokoriegel innerhalb kürzester Zeit zu verschlingen.

Mein bisher niedrigstes Gewicht waren die 84,1 Kilo der letzten Woche. Dass ich mir keine großen Sorgen machen musste, durch das Schnuckzeug gleich ein ganzes Kilo zuzunehmen war mir klar. Aber in meinem Hinterkopf hatte sich die fixe Idee festgesetzt, die 83,5, die ich in der Blogpause einmal erspäht hatte, zu knacken. Da war die Spannung groß, als ich heute die Waage unter dem Waschbecken hervorzog.

Doch halt! Was war das? Aus Versehen hatte ich einen Schluck Wasser vom Hahn getrunken. Eine heftige innere Debatte entbrannte: Sollte ich einfach das Gewicht von gestern nehmen, offiziell machen? Oder auf morgen warten? Schließlich beendete Ratio-Ich den Disput mit der Feststellung, dass ein einzelner Schluck Wasser schon nicht besonders viel wiegen werde. Nachdem dies geklärt und die Waage an den Badezimmerfliesen ausgerichtet war, konnte das Wiegen beginnen.

***

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser, liebes Internet,

es ist mir ein besonderes Vergnügen, nach einem harten Ringen um jedes Gramm, nach 269 Tagen der öffentlich demonstrierten Willensstärke, nach Triumphen, Rückschlägen und Phasen der Resignation, die Gesamtabnahme von 5 Kilo oder 10 Pfund oder 11 amerikanischen Pounds bekannt zu geben.

Angesichts dieses phänomenalen Erfolges schreibe ich derzeit am Manuskript meines ersten Buches „Wie ich elf amerikanische Pounds abnahm“. Ich erwarte, dass Verleger mir das Werk nur so aus den Händen reißen werden. Vorbestellungen für signierte Exemplare nehme ich bereits entgegen.

Herzlichst, Ihre Laura X

***

Oh. Vielleicht kann es sein, dass mir diese fünf Kilo etwas zu Kopf gestiegen sind. Aber hey: Elf amerikanische Pounds!

Zu kurz für eine Überschrift

Uh. Nun, das Demonstrieren hat sich auf der Waage nicht, wie erhofft, bezahlt gemacht. Nicht weiter tragisch. An so einem schönem Abend wie diesem gibt es wichtigere Dinge, als über sein Gewicht nachzudenken. Wünsche euch einen ebensolchen.

[Nachtrag 20. Mai] Sorry, leide zur Zeit unter Schreibblockade (oder allgemeiner Unlust?). Ich arbeite noch an meinem Beitrag zur “Wunderdiät” und hoffe sehr, ihn noch dieses Wochenende zu veröffentlichen, werde aber keine leeren Versprechen mehr abgeben.

Es geht

Sportschuh Ich bin positiv überrascht von mir: Jeden der vergangenen vier Tage konnte ich mich dazu aufraffen, 3-4 Kilometer zu laufen. Go, me! Strecken- oder Geschwindigkeitsrekorde werde ich vorerst nicht brechen, aber jeder fängt mal klein an, sacht meine Mutta imma.

Letzte Woche habe ich tatsächlich den Tchibo-Schrittzähler gekauft und kann eine hochmotivierende Wirkung feststellen. Während des Gehens schiele ich ab und zu oft auf die Anzeige (muss dazu allerdings mein Shirt hochkrempeln, was wenig elegant aussieht) um mir den neusten Zwischenstand zu holen. Werden dann, sagen wir mal, 5100 Schritte angezeigt und ich bin fast zu Hause, dann dreh ich noch ne Runde extra um den Block, um auf 5500 zu kommen. So kleckern sich die Kilometer auch zusammen.

Wichtig ist, Abwechslung in die Strecken zu bringen. Jeden Tag der selbe Weg langweilt mich zur Aufgabe. Heute führte mich mein Weg in die Innenstadt und dort die gesamte Fußgänger-Einkaufszone hoch und eine Parallelstraße wieder runter. Das war nur möglich weil a) es kurz vor Ladenschluss war und nicht mehr viele Leute im Weg rumstanden unterwegs waren und b) ich gehe, nicht walke, und deshalb ganz normale Kleidung tragen kann. In voller Sportaufmachung durch die Innenstadt zu ziehen wäre nicht mein Ding. (Nicht aus Eitelkeit sondern wegen eines üblen Blamage-Ticks).

Die Waage hat dazu auch eine Meinung, doch da a) (ich hab’s heute mit alphabetischen Listen) noch nicht allzuviele Tage vergangen sind und b) meine Waage sich von Tag zu Tag recht wankelmütig zeigen kann, die Zicke, gebe ich da nicht viel drauf. Außerdem c) könnte es sein, dass meine selbstlose Aufopferung für die Abnehm-Blogosphäre als Selbstversuchskaninchen im Test einer neuen Mode-Diät (die aber keine Diät ist)1, verzerrenden Einfluss auf das Wiegeergebniss hat.

Mit der Bilanz der letzten Tage bin ich zufrieden und zuversichtlich, dass es vergleichbar gut weitergeht.

1Mehr dazu in nicht allzulanger Bälde.

Kampf dem Schweinehund!

Ehrenwerte Leser, aufrechte Bürger Kleinbloggersdorfs

Der edle Herr Franco ließ mir die Nachricht zukommen, er suche Mitstreiter im Kampf gegen einen wahrhaft schrecklichen Gegner, den Schweinehund. Es graust und zittert mich, das Wort nur auszuschreiben, habe ich doch selbst vor nunmehr einer Woche den Fehdehandschuh geworfen und befinde mich seitdem in erbitterter Schlacht mit dem Untier. Noch lebe ich! Doch, so muss ich mit schwerem Herz bemerken, mein Gegner steht und ist kaum angeschlagen.

Schamesröte stieg in meine Wangen, als ich den Schlachtplan Herrn Francos studierte. Wie Schuppen viel es mir von den Augen! Wo der Einzelne versagt, ist das Werk einer Gemeinschaft gefragt. Gemeinschaft, das Wort sollte keinem Blogger ein Fremdwort sein. Fließt denn nicht das Motto „Nur gemeinsam sind wir stark!“ wie Blut durch unsere Adern?

Wohlan, noch ist es nicht zu spät, Versäumtes nachzuholen. Mit genau gesteckten Zielen und strenger Disziplin, muss es machbar sein, die Bestie zu erlegen. Welches Höllentier hielte schon Stand, gegen die vereinte Macht zahlloser Pedometer, Walkingstöcke und Drahtesel? Daher, ihr Damen und Herren, schließt Euch uns an! Sagt an, in Euren eignen Heroldsblättern, welch Teil zu leisten Ihr bereit seid und wie viel Zeit Eure Attacke in Anspruch nehmen wird. Regelmäßig wollen wir dann zueinander finden um den Frontverlauf vergleichen.

Wer aber sein Versprechen nicht erfüllt, soll nicht aus dem Heer verstoßen werden – dazu ist unsere Schar Verwegener zu klein. Mit Fug und Recht jedoch, erwarten wir Beweise, dass er oder sie bereit ist, den Kampf mit voller Stärke und Geisteskraft wieder aufzunehmen. Ein schneller Lauf in das fünfte Stockwerk eines Hauses und ein öffentlicher Aushang in Reimform, werden als ausreichend betrachtet, so meine Mitstreiter nicht härtere Strafen fordern.

Mein Abschiedsgruß enthält die feste Überzeugung, dass wir das Monstrum gemeinsam bezwingen werden, solange unser Glauben nur stark und unser Wille ungebrochen ist.

Helfende Leser und ein Jubiläum

Bloggen hilft. Oder hieße das besser, Blogleser helfen? Da schrieb ich im letzten Eintrag über meine Schwierigkeiten, einigermaßen genaue Entfernungsangaben machen zu können und -schwupps!- schon sprang mir in den Kommentaren jemand zu Hilfe.

map24nav.png Claudia hat den guten Tipp, doch mal Tchibos aktuellen günstigen Schrittzähler anzuschauen, woraufhin Ursel gleich für die Qualität eines anderen Tchibo-Models bürgt und zusätzlich auf die Entfernungsmessfunktion (??? Anträge zum Unwort des Jahres sind hier einzureichen) von map24.de verweist.

Ursel selbst träumt von einem kleinem Rädchen zum Abfahren der Strecke auf der Karte, verschwindet in den Tiefen des Internets um nach der richtigen Bezeichnung zu suchen und als sie zu den Kommentaren zurückkehrt (Kartenrad oder Kartenmesser) besiegelt sie den 100. Kommentar!

Danke schön und Happy Abnehmblogging, everyone!

Wie weit ist *so* weit?

Sportschuh Klick klock, klick klock, klick klock.

Das Prasseln hoher Absätze vor meinem Fenster erinnert mich an die Kilometer, die noch darauf warten, von mir gelaufen zu werden. Bis mein Wochenziel (15 km) erreicht ist, bleibt noch einiges zu tun.

In meheren Runden um den Block mit etlichen Schleifen und Schnörkeln habe ich gestern ca. 3,5 Kilometer zurückgelegt und mir die selbe Kilometerzahl (aber eine andere Strecke) für heute vorgenommen. Ein bisserl schwierig ist es, präzise Angaben zur tatsächlich zurückgelegten Strecke zu machen. Am Bildschirm und angesichts der Schleifen und Schnörkel fällt meine Bindfadentechnik (Länge des Bindfadens ist soundsoviel Meter) flach. Irgendwo habe ich einen altmodischen papierenen Stadtplan, doch wo?

Gadgetverliebt wie ich bin, hat sich jetzt der Gedanke an ein Pedometer in mir festgesetzt. In meiner Bewegungsklasse vermutlich völliger Overkill – aber, aber, aber: Digitale Ziffern! Statistiken! Kein Selbstbetrug!

Ähem. Habe mir Spontankäufe strengstens verboten.

Gut gelaufen

Was haben wir uns heute bewegt! Zuerst hat Tapsi ihre erste Straßenbahnfahrt bravourös gemeistert, dann sind wir in einem großen Bogen durch Felder und Wälder einen Wald zur Fulda und diese entlang bis nach Hause gelaufen.

Zur Verdeutlichung (Klick aufs Bild macht’s größer.)

Satellitenkarte mit eingezeichneter Strecke

Die für die Collage verwendeten Satellitenbilder stammen von goyellow.de. Hier geht’s zu den zoombaren Koordinaten.

Das erste Stück nach dem Ausstieg aus der Bahn war öde. Ein Schrebergartenverein und danach nichts als Felder. Kein Strauch, kein Baum, kein Halt für das Auge. Nicht nur ökologisch, auch für mein Gemüt sind gut strukturierte Landschaften wichtig. Doch ich schweife ab. Die Sonne brannte uns auf Haut und Pelz und als wir endlich Bäume erreichten, waren wir beide dankbar für Schatten und Kühle. Mit großer Begeisterung hüpfte Tapsi in einige große Pfützen, während ich versuchte, drüber oder um sie herum zu hüpfen.

Später am Nachmittag sollten graue Wolken aufziehen, wir aber hatten Glück. Der Frühling zeigte seine schönsten Seiten. Am Waldrand blühten weiße und gelbe Blumen, Zitronenfalter flatterten und ein enormes Konzert von Vogelstimmen klang rundherum (raushören konnte ich nur den Kuckuck). Am eindrucksvollsten war das grüne, grüne Gras.

Grünes Gras, kaum belaubte Bäume und ein Hochsitz.

Nachdem wir die Fulda erreicht hatten und ein Stück an ihr entlang gelaufen waren (zur Tapsis Enttäuschung konnte sie nicht schwimmen; das Ufer war zu steil) musste ich mich entscheiden: Sollten wir, wie geplant, die Straßenbahn zurück nehmen oder sollten wir weiterlaufen? Tapsi, mit ihren fast zwölf Jahren nicht mehr die Jüngste, war immer noch fit und so bestritten wir die letzte Etappe zu Fuß.

Das allerletzte Stück, durch die Stadt, passte zwar nicht so zur Stimmung des Spaziergangs, es war laut, heiß und stank nach Abgasen (außerdem musste ich, verschwitzt und zerzaust wie ich war, über den Campus laufen), doch schließlich kamen wir wohlbehalten und zufrieden zu Hause an. Tapsi fiel nach dem Füttern plumpsend auf eine Seite und gab stundenlang keinen Mucks und kein Muskelzucken von sich, ich stellte mich unter die kalte lauwarme Dusche.

Die Menschen die uns begegnet sind, könnte ich an einer Hand abzählen. Erst später, auf dem Fuldawanderweg düsten einige Radfahrer an uns vorbei. Ganz automatisch, wunderte ich mich zuerst: So ein schöner Tag, so ein schöner Weg – wo sind die Leute? Dann fiel mir ein: Ohne Tapsi wäre auch ich sonst wo (vermutlich vor meinem Computer), nur nicht spazieren. Personal Trainer, sagte ich doch.

Warum wir abnehmen

Sicher, es gibt viele Gründe für eine Abnahme. Gesundheit, Aussehen, Selbstbewusstsein…. Doch was treibt uns wirklich an? Was gibt uns die nötige Motivation? Was inspiriert uns?

Gleich mehrere abstrakte Ziele spuken auch durch meinen Kopf. Das Problem dabei? Abstrakt. Gesundheit? Wie aufregend. Gähn.

Es sind immer konkrete Bilder oder Vorstellungen, die mich antreiben:

Was ist mit euch? Was treibt euch an? Was sind eure Beweggründe abzunehmen? Eure Wunschvorstellungen?

Ich lebe noch!

Meine Lippen glühen, meine Ohren drohen abzufallen, mein Hirn käst und mein Magen ist leicht überdehnt, doch ich lebe noch.

Ein leckeres Kaffeetrinken stand auf dem Programm und meine Mutter hat gekocht, als müsste sie jemanden etwas beweisen, aber ich konnte auch “nein” sagen, habe aufs Frühstück verzichtet (außer am Ostersonntag) und habe einige lange Spaziergänge mit Tapsi unternommen. Es bestehen also gute Chancen, dass ich nicht allzuviel zugenommen habe.

Meiner Großmutter geht es gut. Freitag/Samstag war sie von der OP und den Medikamenten noch etwas mitgenommen, hat sich aber gut erholt. Anscheinend hat sich ihre Sicht sogar etwas verbessert, was zwar nicht Ziel der OP war, aber manchmal vorkommen kann.

Morgen Abend bringe ich J. zum Flughafen, ab Mittwoch werde ich wieder zu Hause sein und das regelmäßige Bloggen wieder aufnehmen. Wiegetag ist diese Woche ausnahmsweise Donnerstag.

Nichts verpassen

Knospe

Als ich die Hauptverantwortung für Tapsi, unseren Familienhund, trug, war mindestens ein langer Spaziergang täglich für mich keine Belastung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Nachdem ich zu Hause ausgezogen war merkte ich schnell: keine Tapsi, keine Spaziergänge.

Vielleicht brauche ich eine Aufgabe, dachte ich heute. Eine Selbstverpflichtung, die gleichzeitig spannend genug ist, mich bei der Stange zu halten. Was lag näher, als meine neue Kamera einzuspannen? Mein Vorhaben: jeden Tag nach Draußen zu gehen und etwas zu fotografieren, das ich sonst verpasst hätte.

Ich bin mir bewusst, das Fotografieren nicht zu den kalorienverbrauchenden Sportarten zählt (zumindest habe ich in den einschlägigen Listen nichts gefunden), aber es bringt mich aus dem Haus und lässt mich Neues ausprobieren. Ein neues Hobby, selbst ganz ohne Gewichtsreduktionsfunktion, klingt in meinen Ohren gut genug.