Wiegetag

83,4 Kilo

Wiegetag Ich habe 600 Gramm zugenommen und ich habe meine Tage und ich beginne zu glauben, dass das berüchtigete launische Verhalten während dieser Zeit nur indirekt auf hormonelle Gründe zurückzuführen ist sondern vielmehr auf den Umstand, dass a) frau sich in vierwöchiger Regelmäßigkeit mit einem zusätzlichen überflüssigen Kilo konfrontiert sieht und b) das Stopfen flüssigkeitsabsorbierender Materialien in eine gewisse Körperöffnung nicht zu den stimmungsaufhellenden Zeitvertreiben zählt.

Wundert es da jemanden, dass ich mich mit Waffeln und Schlagsahne trösten musste?

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82,8 Kilo

Wiegetag

Die Freude war groß, als ich erreichte die vorkommaliche Zwei
Doch nur eine Woche später war’s wieder vorbei
Zum Glück war ich in Geburtstagsvorbereitungen eingebunden
Es blieb keine Zeit für Trauer, die Drei war schnell überwunden

Am Wochenende habe ich Kuchen und Torten widerstanden
Zur Belohnung ist die Zwei heute wieder vorhanden
In erreichbarer Ferne winken schon die Eins, die Null, die Neun
Bald werde ich mich über noch mehr verlorene Pfunde freun

Wie könnt’s anders sein, gleich hab’ ich Sabotage betrieben
Fette Lasagne und Schokolade mir schwer im Magen liegen
Doch ab morgen geht’s weiter im kurvenreichen Abnehmplan
Ihr elenden Kilos! Jetzt seid ihr dran!

83,3 Kilo

Wiegetag Die Freude über die erreichte Zwei vorm Komma sollte wohl nicht lange vorhalten. Macht nix, ich bin Schwankungen gewohnt. Tatsächlich ist die Zunahme von 400 Gramm auch gar nicht sooo schlimm, wenn ich bedenke, das die Anzeige in den letzten Tagen auf 83,7 festgefroren schien.

Es ist auch nicht so, als das ich es mit leisten könnte, viele Gedanken ans Abnehmen zu verschwenden, denn hier ist derzeit Hektik ausgebrochen. Meine Mutter feiert Sonntag ihren 50. Geburtstag, da bleibt für abnehmbloggen einfach keine Zeit. Sollte ich den Stress überleben, melde ich mich Montag wieder. (Spätestens Dienstag, versprochen!)

P.S. Mir ist in den letzten Tagen aufgefallen, dass “Geburtstag”, rein vom Schriftbild her, ein sehr hässliches Wort ist.

82,9 Kilo

Wiegetag Von zu Tode betrübt bis himmelhoch jauchzend, zwischen diesen Extremen darf man sich das Spektrum meiner Gefühle in der letzten Woche vorstellen. Angefangen hatte es, als ich letzten Mittwoch die 84 auf der Waage sah. Eine Abnahme von 200 Gramm, aber im Kontext der letzten Monate erschien mir das als Beweis für einen ewig andauernden Stillstand. Ich schrieb einen Blogeintrag, in dem ich das Abnehmen und Abnehmbloggen für gescheitert erklärte und war im Begriff alles hinzuschmeißen, das Handtuch zu werfen, mit der Welt Schluss zu machen. (Seht ihr? Man muss sich nicht für eine Metapher entscheiden, wenn man nicht will.)

Glücklicherweise bewies ich ausnahmsweise, dass auch mir eine Portion gesunden Menschenverstandes innewohnt und veröffentlichte den Eintrag nicht, (dabei fällt mir auf, dass ich letzte Woche überhaupt nichts über den Stand meiner Abnahme schrieb – Upps.) sondern beließ ihn als harmlosen Entwurf. Zwei Tage später sah die Welt schon ganz anders aus und selbst meine Wage wurde zusehends gnädiger. Sie marschierte durch die 83er und pendelte sich bei ca. 82,7 ein und weil mein emotionaler Zustand dem totaler Verwirrung im Normalfall schon ziemlich nahe kommt, löste dieser Umstand ein schizophrenes Gefühlschaos in mir aus. 82,7? Klasse! Ich meine, das ist mein niedrigstes Gewicht seit langer, langer Zeit. Aber (natürlich musste ein aber kommen) wie sicher ist die 82,nochwas? Was ist, wenn das Gewicht am Wiegetag wieder in den 83ern ist? Ich meine, 82,7 ist praktisch 83. Will sagen, 82,7, 83, wo bitte ist da der Unterschied?

So vergingen ein paar Tage zwischen Hoffen und Bangen, Frohsinn und Trübsal, Zuversicht und – ah, ich glaube, ihr wisst, was ich meine. Und was macht frau, wenn sie Mittwoch morgens unbedingt eine Zahl unter 83 auf ihrer Waage sehen will? Sie rastet am späten Dienstagabend in Form eines Fressanfalls aus und stopft sich voll. Jupps, bewährte Strategie, ihr habt’s hier zum ersten Mal gehört. Patent ist angemeldet. Jedenfalls müssen die Stoßgebete der letzten Woche erhöht worden sein (und vielleicht sollte mich das meine atheistische Position noch einmal überdenken lassen) denn trotz der späten Völlerei, einhergehend mit Schuldgefühlen, Selbstzweifeln und einer Aversion gegen die Farbe Pink, gefolgt vom nächtlichen Wutausbruch, stoppte eine himmlische Hand die Digitalanzeige auf 82,9. Und 82,9 ist, wie wir alle Wissen, von 83 grundsätzlich und vollkommen verschieden und meilenweit entfernt.

82,9, ein neuer Tiefstand. Das Drama hat ein Ende. Bis zur nächsten Woche.

84,2 Kilo

Der wöchentliche Gang zum Galgen auf die Waage ergab letzten Mitwoch eine Zunahme von 800 Gramm, Tendenz steigend. Der Vollständigkeit halber.

83,4 Kilo

Wiegetag Als ich beim gestrigen inoffiziellem Zwischenwiegen die Zahl 83,1 sah, machte meine Vorstellungskraft große Sprünge. Schon sah ich die magische Zahl 82,9 meine Abnehmstatistik zieren. Dass Hochmut vor dem Fall kommt, sollte ich noch am selben Tag lernen. Genauer gesagt am späten Abend, als ich aus unerklärlichem Grund meinte es sei eine vertretbare Idee, eine Tüte Haribo und etliche Schokoriegel innerhalb kürzester Zeit zu verschlingen.

Mein bisher niedrigstes Gewicht waren die 84,1 Kilo der letzten Woche. Dass ich mir keine großen Sorgen machen musste, durch das Schnuckzeug gleich ein ganzes Kilo zuzunehmen war mir klar. Aber in meinem Hinterkopf hatte sich die fixe Idee festgesetzt, die 83,5, die ich in der Blogpause einmal erspäht hatte, zu knacken. Da war die Spannung groß, als ich heute die Waage unter dem Waschbecken hervorzog.

Doch halt! Was war das? Aus Versehen hatte ich einen Schluck Wasser vom Hahn getrunken. Eine heftige innere Debatte entbrannte: Sollte ich einfach das Gewicht von gestern nehmen, offiziell machen? Oder auf morgen warten? Schließlich beendete Ratio-Ich den Disput mit der Feststellung, dass ein einzelner Schluck Wasser schon nicht besonders viel wiegen werde. Nachdem dies geklärt und die Waage an den Badezimmerfliesen ausgerichtet war, konnte das Wiegen beginnen.

***

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser, liebes Internet,

es ist mir ein besonderes Vergnügen, nach einem harten Ringen um jedes Gramm, nach 269 Tagen der öffentlich demonstrierten Willensstärke, nach Triumphen, Rückschlägen und Phasen der Resignation, die Gesamtabnahme von 5 Kilo oder 10 Pfund oder 11 amerikanischen Pounds bekannt zu geben.

Angesichts dieses phänomenalen Erfolges schreibe ich derzeit am Manuskript meines ersten Buches „Wie ich elf amerikanische Pounds abnahm“. Ich erwarte, dass Verleger mir das Werk nur so aus den Händen reißen werden. Vorbestellungen für signierte Exemplare nehme ich bereits entgegen.

Herzlichst, Ihre Laura X

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Oh. Vielleicht kann es sein, dass mir diese fünf Kilo etwas zu Kopf gestiegen sind. Aber hey: Elf amerikanische Pounds!

Zwischenstand

Eigentlich ist Mittwoch mein offizieller Wiegetag, hatte ich aber vorm Frühstück vergessen. Inoffizieller Zwischenstand (Gewicht von gestern): 84,3 Kilo. Futter für die Statistik gibt’s morgen.

85,2 Kilo

Wiegetag Plus dreihundert Gramm. Nicht schlecht, bedenkt man meinen dezeitigen hormonellen Zustand. Den höchsten Punkt der Menstruationsschwankung habe ich bereits wieder hinter mir. Zwischenzeitlich stand die metaphorische Nadel bei 86 Kilo.

Mein Bewegungsziel habe ich diese Woche wieder erreicht, wenngleich mit Ach und Krach. Wäre Montag nicht eine Demonstration über eine längere Strcke dazwischen gekommen, wiese mein Bewegungskonto wohl ein leichtes Minus auf. Die Adrenalinausschüttung, als ein paar Meter von mir entfernt Freunde und Helfer in Grün absolut grundlos Demonstranten niederknüppelten, wird auch ein paar Kalorien verbrannt haben.

Meinen Junk Food Day einzuhalten ist mir immer noch nicht gelungen. Immerhin habe ich weniger zwischendurch genascht als in den vergangenen Wochen. Habe mir vorgenommen, mehr Vitamine zu essen und das funktioniert so lala. Mal von der Heidenarbeit abgesehen, die es jeden Einkauf bedeutet, das grüne Knackige anstelle des schokoladig Schmelzendem in den Korb zu legen, ist es einfach so, dass ungesunde Ernährung die studentische Haushaltskasse weniger belastet als gesunde (spätere Zahnersatzkosten bleiben hier mal außen vor).

Unabhängig von der ganzen Abnehmgeschichte, ging es mir die letzten Wochen nicht wirklich gut. So langsam traue ich mich wieder an die Tastatur, ohne befürchten zu müssen, dass sich meine schlechte Stimmung im Blog niederschlägt. Es kann noch ein bisschen dauern, aber dann werde ich das regelmäßige Bloggen -als Blogger und Leser- wieder aufnehmen.

84,9 Kilo

Wiegetag Die letzten Tage gab’s Blogpause, doch keine Abnehmpause! Minus 0,9 Kilo. Da klaue ich mir doch mal ein TSCHAKKA!! Die Waage veranstaltete seit dem Wochenende einen Tanz um die 85, ich war gespannt wie ein Flitzebogen, wofür sie sich heute entscheidet. 84,9 – damit kann ich gut leben. Und das trotz der großen Portion Tiramisu gestern Abend kurz vorm Schlafengehen…

Ja, ja Tiramisu. Daran könnt ihr erkennen, dass mein Junk Food Friday noch immer nicht sicher verankert ist – schade. Dafür habe ich zum zweiten Mal in Folge mein Wochenziel von 15 Kilometern erfüllt – schön. Abnehmtechnisch eine erfolgreiche Woche, mal schauen, wie die Hormone sich auf die nächste Etappe auswirken werden.

85,8 Kilo

Wiegetag Minus 100 Gramm also. Das ist besser, als es aussieht, denn diese Woche spielte meine Waage mir Streiche. Zwischendurch war mein Gewicht auf 87 Kilo geklettert. Warum? Ich weiß es nicht. Am Tag zuvor hatte ich einen heftigen Chips-Fressanfall (ja, das macht diese Woche zwei) doch dürfte der eigentlich kein ganzes Kilo Zunahme bewirken. Jedenfalls waren die Zahl 87 und ein Zufallsfund im Internet Anlass, die neue Wunder-Diät (die keine Diät ist) auszuprobieren. Ich werde spätestens Freitag mehr darüber schreiben. Versprochen.

Ich bin auf mein Gewicht morgen früh gespannt. Heute habe ich wenig gegessen und, schlechter Planung sei Dank, fünf Stunden auf leeren Magen demonstriert. Die Strecke war nicht sooo lang, ca. sechs Kilometer, aber es war warm und ich bin viel gelaufen oder habe mir alternativ die Beine in den Bauch gestanden. Dazu kommt das Spielchen hinsetzten, aufstehen, weiterlaufen und zwischendurch ein kleiner Dauerlauf (keine Angst, ich war ganz friedlich!). Jetzt bin ich rechtschaffen k.o.

Rückblickend bin ich mit der vergangenen Woche mehr zufrieden als unzufrieden. Die Fressattacken ärgern mich. Warum zum &§%=! habe ich das Zeug überhaupt gekauft? Der Junk Food Friday-Anteil meines Projekts 15+Friday liegt offensichtlich noch im argen. Andererseits habe ich mich brav regelmäßig bewegt und mein Wochenziel von 15 Kilometern erstmalig geschafft. Darauf bin ich stolz. Letztlich zeigt das Ergebnis in die richtige Richtung. Drüber freue ich mich und wünsche mir das gleiche für die nächste Woche.