Wohlbefinden

Wer braucht schon Sauna?

Hitzewellen sind Klimaphänomene, auf die ich gut und gerne verzichten könnte. Versteht mich nicht falsch! Ich mag blauen Himmel und Sonnenschein und die Tatsache, sich nicht in zwanzig Quadratmeter Stoff hüllen zu müssen bevor man das Haus verlässt, so sehr wie jeder andere. Aber Temperaturen weit jenseits der dreißig Grad? Nein Danke!

Ab fünfundzwanzig Grad zöge ich am liebsten in ein tiefes, dunkles Kellergewölbe mit meterdicken Mauern um bewegungslos darin zu übersommern. Eine Tropfsteinhöhle tät’s auch.

Da ein selbstgewähltes Kellerasyl leider nicht praktikabel ist, verbringe ich in heißen Sommern meine Zeit vornehmlich und ungewollt mit Schwitzen. Beim ersten Muskelzucken einer Tätigkeit beginnt der Schweiß zu rinnen und etwa eine Stunde nach Einstellung jegweder Bewegung hört er wieder auf. An heißen Tagen sind deshalb folgende drei Dinge in unmittelbarer Nähe von mir anzufinden:

Wer jetzt aber meint, in mir das Klischee des schwitzenden Dickens verkörpert zu sehen (immerhin sang schon Westernhagen einfühlsam “Dicke schwitzen wie die Schweine”), den kann ich vielleicht damit aus der Fasson bringen, dass auch mein Vater – ein natürlich schlanker Mann – schwitzte, als gelte es in Eigenleistung einen Salzsee anzulegen.

Gut gelaufen

Was haben wir uns heute bewegt! Zuerst hat Tapsi ihre erste Straßenbahnfahrt bravourös gemeistert, dann sind wir in einem großen Bogen durch Felder und Wälder einen Wald zur Fulda und diese entlang bis nach Hause gelaufen.

Zur Verdeutlichung (Klick aufs Bild macht’s größer.)

Satellitenkarte mit eingezeichneter Strecke

Die für die Collage verwendeten Satellitenbilder stammen von goyellow.de. Hier geht’s zu den zoombaren Koordinaten.

Das erste Stück nach dem Ausstieg aus der Bahn war öde. Ein Schrebergartenverein und danach nichts als Felder. Kein Strauch, kein Baum, kein Halt für das Auge. Nicht nur ökologisch, auch für mein Gemüt sind gut strukturierte Landschaften wichtig. Doch ich schweife ab. Die Sonne brannte uns auf Haut und Pelz und als wir endlich Bäume erreichten, waren wir beide dankbar für Schatten und Kühle. Mit großer Begeisterung hüpfte Tapsi in einige große Pfützen, während ich versuchte, drüber oder um sie herum zu hüpfen.

Später am Nachmittag sollten graue Wolken aufziehen, wir aber hatten Glück. Der Frühling zeigte seine schönsten Seiten. Am Waldrand blühten weiße und gelbe Blumen, Zitronenfalter flatterten und ein enormes Konzert von Vogelstimmen klang rundherum (raushören konnte ich nur den Kuckuck). Am eindrucksvollsten war das grüne, grüne Gras.

Grünes Gras, kaum belaubte Bäume und ein Hochsitz.

Nachdem wir die Fulda erreicht hatten und ein Stück an ihr entlang gelaufen waren (zur Tapsis Enttäuschung konnte sie nicht schwimmen; das Ufer war zu steil) musste ich mich entscheiden: Sollten wir, wie geplant, die Straßenbahn zurück nehmen oder sollten wir weiterlaufen? Tapsi, mit ihren fast zwölf Jahren nicht mehr die Jüngste, war immer noch fit und so bestritten wir die letzte Etappe zu Fuß.

Das allerletzte Stück, durch die Stadt, passte zwar nicht so zur Stimmung des Spaziergangs, es war laut, heiß und stank nach Abgasen (außerdem musste ich, verschwitzt und zerzaust wie ich war, über den Campus laufen), doch schließlich kamen wir wohlbehalten und zufrieden zu Hause an. Tapsi fiel nach dem Füttern plumpsend auf eine Seite und gab stundenlang keinen Mucks und kein Muskelzucken von sich, ich stellte mich unter die kalte lauwarme Dusche.

Die Menschen die uns begegnet sind, könnte ich an einer Hand abzählen. Erst später, auf dem Fuldawanderweg düsten einige Radfahrer an uns vorbei. Ganz automatisch, wunderte ich mich zuerst: So ein schöner Tag, so ein schöner Weg – wo sind die Leute? Dann fiel mir ein: Ohne Tapsi wäre auch ich sonst wo (vermutlich vor meinem Computer), nur nicht spazieren. Personal Trainer, sagte ich doch.

Eine heiße Dusche

…tut gut.

Stilisierte unbekleidete Frau, digitales Gemälde.

Frühlingserwachen

Blumen Der Frühling hat mich überrascht.

Gestern ging ich dick eingemummelt aus dem Haus, letzte Besorgungen fürs Wochenende erledigen und nach zehn Schritten merkte ich, etwas war anders. Die Luft roch anders, schmeckte anders, fühlte sich anders an. Es war warm.

Leute waren unterwegs und hasteten nicht von einem Geschäft zum nächsten sondern blieben stehen, unterhielten sich, telefonierten, aßen Eis. Farbe! Weniger schwarze Winterjacken.

heute spielten Kinder draußen. Die Sonne schien, blauer Himmel mit weißen Wolken. Aus meinem Gang zur Wahlurne machte ich einen schönen Spaziergang. Viele, viele Familen und Pärchen waren unterwegs. Den ganzen Tag war das Fenster offen und die Heizung abgedreht und ich habe kein einziges Mal gefroren. Es ist warm, es ist hell.

Es ist Frühling und ich liebe es!

Vorstoß in die Lippenpflege

Lippenpflegestift Meine Hände und Lippen behandele ich oft stiefmütterlich. Regelmäßig vergesse ich, sie einzucremen. Die Folge? Spröde, aufgerissene Lippen und raue, stellenweise blutige Hände. Das es noch schlimmer kommen kann, habe ich gestern erfahren.

Ich lag noch halb schlafend im Bett, da spürte ich eine sonderbare Bewegung auf meiner Wange. Ich griff mit meiner Hand an die Stelle und als ich sie zurückzog, sah ich Blut. Meine Unterlippe war aufgeplatzt und blutete und es war nicht nur ein Tröpfchen, sondern ein munter fließender Bach.

Nachdem die Blutung gestillt war, wusste ich, so geht es nicht weiter. Es muss gecremt werden. Aus dem nahen Rewe und Aldi versorgte ich mich mit Munition für meinen Aktionsplan:

  1. Zwei Balsamlippenstifte von Today. (Doppelpackung für 1,49 Euro, Qualität vergleichbar mit Labello) Einer für die Wohnung, der andere für unterwegs.
  2. Eine Tube flüssiger Lippenbalsam von Blistex (versuchsweise)
  3. Eine Tube Melkfett mit Feuchtigkeitspflege und Aloe Vera . (Handcreme von Nivea hatte ich noch zu Hause)

Erste Ergebnisse nach 30 Stunden Praxistest: Nach sehr regelmäßigem Eincremen und Einbalsamieren, sind meine Hände bereits streichelzarter und meine Lippen weicher. Noch besser: Ich kann meinen Mund zu einem Lächeln in die Breite ziehen, ohne dass etwas spannt, platzt oder gar blutet.

Blistex’ flüssigen Lippenbalsam kann ich nur bedingt weiterempfehlen. Einerseits lässt er sich leicht auftragen und verteilen, schützt recht lange und zieht gut ein. Andererseits „duftet“ er meiner Meinung nach viel zu kräftig (zumal der Mund gleich unterhalb der Nase zu finden ist) und treibt mir regelrecht Tränen in die Augen. Ich bevorzuge die Balsamstifte.

Bild: Wikipedia