Eine Macke kommt selten allein

Das hier eine immer noch fette Bloggerin am Werke ist, sollte jeder meiner Leser wissen. Dass diese Bloggerin neben einer sozialen Phobie auch jede Menge Komplexe und Neurosen pflegt, war dagegen wohl unbekannt.

Einer dieser Komplexe bringt es mit sich, das ich potentiell unangenehmen Situationen im Alltag gekonnt aus dem Weg gehe. Da macht es mir das Leben nicht leichter, wenn solcherart Situationen mich gezielt ansteuern, bzw. in Form einer E-Mail in mein Postfach flattern.

Hier sitze ich nun vor dieser E-Mail mit für mich höchstwahrscheinlich negativem Inhalt und traue mich nicht, sie zu öffnen. Ich könnte einen Tritt in den Allerwertesten gebrauchen.

82,9 Kilo

Wiegetag Von zu Tode betrübt bis himmelhoch jauchzend, zwischen diesen Extremen darf man sich das Spektrum meiner Gefühle in der letzten Woche vorstellen. Angefangen hatte es, als ich letzten Mittwoch die 84 auf der Waage sah. Eine Abnahme von 200 Gramm, aber im Kontext der letzten Monate erschien mir das als Beweis für einen ewig andauernden Stillstand. Ich schrieb einen Blogeintrag, in dem ich das Abnehmen und Abnehmbloggen für gescheitert erklärte und war im Begriff alles hinzuschmeißen, das Handtuch zu werfen, mit der Welt Schluss zu machen. (Seht ihr? Man muss sich nicht für eine Metapher entscheiden, wenn man nicht will.)

Glücklicherweise bewies ich ausnahmsweise, dass auch mir eine Portion gesunden Menschenverstandes innewohnt und veröffentlichte den Eintrag nicht, (dabei fällt mir auf, dass ich letzte Woche überhaupt nichts über den Stand meiner Abnahme schrieb – Upps.) sondern beließ ihn als harmlosen Entwurf. Zwei Tage später sah die Welt schon ganz anders aus und selbst meine Wage wurde zusehends gnädiger. Sie marschierte durch die 83er und pendelte sich bei ca. 82,7 ein und weil mein emotionaler Zustand dem totaler Verwirrung im Normalfall schon ziemlich nahe kommt, löste dieser Umstand ein schizophrenes Gefühlschaos in mir aus. 82,7? Klasse! Ich meine, das ist mein niedrigstes Gewicht seit langer, langer Zeit. Aber (natürlich musste ein aber kommen) wie sicher ist die 82,nochwas? Was ist, wenn das Gewicht am Wiegetag wieder in den 83ern ist? Ich meine, 82,7 ist praktisch 83. Will sagen, 82,7, 83, wo bitte ist da der Unterschied?

So vergingen ein paar Tage zwischen Hoffen und Bangen, Frohsinn und Trübsal, Zuversicht und – ah, ich glaube, ihr wisst, was ich meine. Und was macht frau, wenn sie Mittwoch morgens unbedingt eine Zahl unter 83 auf ihrer Waage sehen will? Sie rastet am späten Dienstagabend in Form eines Fressanfalls aus und stopft sich voll. Jupps, bewährte Strategie, ihr habt’s hier zum ersten Mal gehört. Patent ist angemeldet. Jedenfalls müssen die Stoßgebete der letzten Woche erhöht worden sein (und vielleicht sollte mich das meine atheistische Position noch einmal überdenken lassen) denn trotz der späten Völlerei, einhergehend mit Schuldgefühlen, Selbstzweifeln und einer Aversion gegen die Farbe Pink, gefolgt vom nächtlichen Wutausbruch, stoppte eine himmlische Hand die Digitalanzeige auf 82,9. Und 82,9 ist, wie wir alle Wissen, von 83 grundsätzlich und vollkommen verschieden und meilenweit entfernt.

82,9, ein neuer Tiefstand. Das Drama hat ein Ende. Bis zur nächsten Woche.

Was will mir diese Fressattacke sagen?

Langsam beginne ich zu glauben, dass mein dienstagabendliches Vollstopfen etwas zu bedeuten hat. Irgendetwas will mir diese Sabotage meines Wiegetages doch sagen. Oder läuft mein Unterbewusstsein Amok?

Leider bin ich in Selbstanalyse weder begabt noch erfolgreich, daher lasse ich die Frage mal als Gedankenanstoß im Raum stehen.

Schneepudding

Wer kennt nicht das Gefühl, plötzlich Heißhunger auf süßes ungesundes Zeug zu haben? Auf About.com habe ich genau das richtige Rezept für diese Situation gefunden. Ich übertrage es hier ins Deutsche, um nicht jedesmal neu umrechnen zu müssen. Noch habe ich den Schneepudding nicht getestet, sobald ich’s tue, werden Fotos folgen.

Und weil der Name Snow Pudding mir so gut gefällt, übernehme ich ihn gleich ins Deutsche, obwohl unzälige Kochsendungen mich gelehrt haben, dass echter Pudding eigentlich etwas ganz anderes ist. Da soll noch mal jemand sagen, Fernsehen bilde nicht.

Das Besondere am Schneepudding? Alles was er nicht -oder nur wenig- hat. Kaum Kalorien, kaum Fett, kaum Kohlenhydrate. Da darf man bei der Sauce seiner Wahl ruhig protzen.

Zubereitung
1. Die Gelantine mit kaltem Wasser bedecken und quellen lassen.
2. Das heiße Wasser, Süßstoff und Zitronensaft hinzufügen, dabei beständig rühren, bis die Gelantine vollständig aufgelöst ist.
3. Die Mischung im Kühlschrank auskühlen lassen. Dabei alle zehn Minuten umrühren, bis die Mischung eindickt.
4. Mit einem Mixer schaumig schlagen.
5. Das Eiweiß hinzufügen und steif schlagen. (Meine Variante wäre, das Eiweiß seperat steifzuschlagen um es anschließend unterzumischen.)
6. Im Kühlschrank setzen lassen. Nach etwas 15 Minuten ist das Dessert servierfertig.

Schneepudding

Nährwert: ca. 90 kcal

Zeitaufwand (inkl. Kühlzeit): ca. zwei Stunden

Zutaten:
1 Esslöffel Gelantine-Pulver
etwas kaltes Wasser
knapp 1/4 Liter kochendheißes Wasser
Süßstoff im Gegenwert von 225 g Zucker
60 ml Zitronensaft
3 Eiweiß

Wofür der liebe Gott Laufbänder geschaffen hat


OK Go – Here It Goes Again

Würde das in einem Fitness-Studio in meiner Nähe angeboten – ich besäße eine Jahreskarte!

Mit ohne Schminke

Was ist Schönheit? Das wollten Wissenschaftler der Universität Regensburg herausfinden und ließen die Teilnehmerinnen der Miss-Germany-Wahl 2002 ungeschminkt und mit neutral-grimmigen Gesichtsausdruck in eine Kamera stieren.

Ungeschminkte Schönheitsköniginnen

Aus den Fotos errechnete ein Computer das Idealgesicht, Schönheit aus Bits und Bytes. Und die Fachjury im Einkaufszentrum stimmte zu: Hielt man Passanten Bilder einer echten Miss und des Computermodels vor, mit der Bitte, die schönere von beiden auszuwählen, siegte in der Mehrzahl der Fälle Miss Digital.

Perfekt gepuderte Pixelschönheit

Kein Wunder, hatte der Computer doch ein perfekt gepudertes Ergebnis produziert und “vergessen”, Hautunreinheiten, Glanzlichter und Augenringe miteinzurechnen.

Bilder: Uni-Regensburg

84,2 Kilo

Der wöchentliche Gang zum Galgen auf die Waage ergab letzten Mitwoch eine Zunahme von 800 Gramm, Tendenz steigend. Der Vollständigkeit halber.

Frusttröstschokolade hat keine Kalorien

Wenn ich in den letzten Tagen abgenommen habe, dann nur, weil mir vor lauter Computerfrust der Appetit vergangen ist. Habe immer noch quasi keine Internetverbindung. Hoffe, später in der Woche wieder im 21. Jahrhundert anzukommen. So long…

Beobachtungen und Bemerkungen

Vorhin musste ich Socken anziehen, um meine Füße vorm Erfrieren zu retten. Wintereinbruch oder das Fehlen wärmenden Specks?

Ich habe Schmacht auf Erdnussbutter. Aber wie!

Vor meinem Fenster flattern kleine Vögel von Ast zu Ast. Meisen und -äh- andere kleine Vögel. Keine zwei Meter von mir entfernt. So süß.

Wenn J. nicht gerade schwer schuftet oder an schneeweißen Stränden feiert, schreibt sie hier ihr Australienblog.

Grease. Da darf Xenu nicht fehlen.

The difference between try and triumph is just a little umph, sagte Marvin Phillips. Sollte ich mir vielleicht mehr zu Herzen nehmen.

Übers Wochenende wird hier auf Fett weg! nichts Neues erscheinen. Ich probe den 5-Tages-Rhytmus.

Warum Abnehmblogs aufgegeben werden

In diesem Sommer war ich nicht die einzige, die ihr Blog schleifen ließ. Wohin man auch schaut, überall findet man spärlich aktualisierte Blog. Woran das liegen könnte, habe ich mich gefragt und Antworten gefunden.

Der erste Enthusiasmus ist verflogen

Viele Blogs werden mit großen Plänen begonnen: Die Pfunde sollen weg und ein öffentliches Diättagebuch den Erfolg dokumentieren. Zunächst ist alles neu und spannend und läuft nach Plan. Die Kilos purzeln und man taucht in die Gemeinschaft der Diättagebücher und -Foren ein. Dann stockt die Abnahme. Plötzlich gibt es keine Erfolgsmeldungen mehr zu verkünden, das Ziel scheint weit entfernt. Frustration setzt ein.

Die Bikinifigur wurde nicht erreicht

Die Problematik ist die gleiche wie oben, nur lässt sich hier das Sommerloch besonders gut erklären. Oft wird mit der Abnahme im Frühjahr begonnen. Die Leute sehen sich im Geiste schon knackig schlank und braun gebrannt am Strand liegen. Wenn dann im Sommer noch eine Menge Speck an der Hüfte haftet, macht sich Enttäuschung breit. Viele schmeißen jetzt das Handtuch – und ihr Abnehm-Blog gleich hinterher.

Heißes Wetter

Banal, aber wahr: Bei großer Hitze sitzt niemand gerne vor einer grauen Kiste um lange Artikel einzutippen. Dafür locken leckeres Eis und kühle Getränke… Ein Diättagebuch kann da schon mal brachliegen.

Ausbleibendes Feedback

Das Schreiben der Einträge, das Design, die Kommunikation mit anderen Abnehm-Bloggern – alles erfordert die Investition von Hirnschmalz und Zeit. Wenn sich dann auch nach einiger Zeit keine Leser einstellen oder Kommentare ausbleiben, hat man schnell das Gefühl, das sei den Aufwand nicht wert.

Ansteckende Unlust

Aufgegebene Abnehm-Blogs implizieren die Aufgabe des gesamten Projekts „Abnehmen“ und wecken im Leser eigene Versagensängste. Dazu kommt, dass mit dem Verschwinden eines Bloggers andere Seiten einen Leser verlieren. Unlust greift um sich.

Die Liste macht deutlich, dass Abnehm-Blogs vor allem in schwierigen Phasen der Abnahme „geschmissen“ werden. Das ist vielleicht kein besonders überraschendes Ergebnis, aber schade. Besonders, weil die meisten Blogger anfangs die Hoffnung äußerten, mit ihrem Blog die harten Zeiten besser durchzustehen.