84,4 Kilo

Wiegetag Als ich diesen Eintrag begann, herrschte draußen Weltuntergangsstimmung. Zuerst bemerkte ich eine eigenartige, unheimliche Lichtstimmung. Dann folgte ein Wolkenbruch, als hätte die nächste Sinnflut begonnen. Dabei sind die Neuigkeiten, die ich heute zu berichten habe, gar nicht schlecht.

Heute hat sich die Waage für 84,4 Kilo entschieden. Das ist eine Gesamtabnahme von vier Kilo. Es geht wieder abwärts! Langsam zwar, aber ich nehme, was kommt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mehr (im Sinne von weniger) auch nicht verdient. Ich treibe keinen Sport, nasche viel (bleibe aber meistens im Punkterahmen), bin auch sonst nicht äußerst aktiv. Da darf ich wohl keine wasserfallartigen Stürze meines Gewichts erwarten.

Ostern werde ich mit meiner Familie verbringen – ich bin gespannt auf die abnehmtechnischen Implikationen. Wir haben zum Glück schon entschieden, das Treffen diesmal nicht in eine einzige, tagelange Fressorgie ausarten zu lassen. Ausschlaggebender Faktor war zwar nicht Kalorienbewusstsein (meine Familie weiß bisher nichts von meinen Abnehmplänen) sondern Stressverminderung, doch natürlich kommt das meinen Plänen sehr gelegen.

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Meine Oma erfuhr gestern überraschend, dass sie Donnerstag an einem Auge operiert werden muss, um eine Erblindung aufzuhalten. Die OP geschieht mit ganz neuer Lasertechnik und der Professor ist, soweit ich weiß, deutschlandweit der einzige, der sie anbietet. Wenn alles wie geplant verläuft, wird sie Freitag entlassen und kann Ostern bei uns verbringen.

Da ihr noch vor wenigen Monaten gesagt worden war, die Verschlechterung ihrer Sehkraft sei nicht aufzuhalten, ist auch dies eine gute Nachricht.

Wenn ihr morgen einen Moment Zeit habt, würde ich mich über einen Stoß positiver Energie in Richtung des Essener Uniklinikums freuen.

Lahmacun

Lahmacun vor dem ersten Biss.
Angebissen

Könnte ich jeden Tag essen.

Magersucht-Blogs. Was tun?

Strichmännchen - Zu fett? Abnehm-Blogs – Ein harmloser Spaß? Anscheinend nicht immer. Bei der Suche nach Links für meine vorher/nachher Liste, bin ich zum ersten Mal mit einer Schattenseite dieser Blogkategorie konfrontiert worden: Magersucht-Blogs.

Ich spreche von Blogs, in denen eine groteske Relation von Körpergröße und Zielgewicht zum Kriterium gemacht wird. In denen die Kalorienaufnahme –sofern angegeben– weit unterhalb jeder gesunden Grenze liegt. In denen teilweise ganz offen über die regelmäßige Einnahme pharmazeutischer Hilfsmittel gesprochen wird.

Als mir bewusst wurde, was ich da las, war ich verblüfft. Vielleicht verblüffter, als ich nach Jahren der Internetnutzung hätte seien sollen. Dann folgte Entsetzen. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie mit Magersucht-Blogs umzugehen ist. Bekehren oder ignorieren?

Es ist schwer zu ertragen, solche Blogs, die oft unter der Bezeichnung „Diät-Tagebuch“ laufen, unkommentiert im Raum stehen zu lassen. Mit weniger als 400 Kalorien am Tag lebt es sich wunderbar, sagst du? Klar. Ich hoffe nur, keine leicht zu beeindruckende Seele nimmt sich diese „Weisheit“ zu Herzen.

Doch würde es helfen, den Frauen zu schreiben? Zu sagen, dass man sich Sorgen macht? Dass man meint, sie litten an einer Essstörung? Könnte es solches Verhalten eine Hilfe sein? Oder wäre es eine Anmaßung? Kontraproduktiv?

Wenn ich irgend kann, gehe ich Meinungsverschiedenheiten im Netz aus dem Weg. Ich habe kein Interesse an Bloggerkriegen. Und im realen Leben käme ich nie auf die Idee, eine fremde, unterernährt wirkende Person auf eine eventuelle Essstörung anzusprechen. Im realen Leben stellt sich aber auch keine an einer Essstörung leidende Person auf den Marktplatz, um ihr verworrenes Selbstbild herauszuschreien oder ihre Hungerkuren zu propagieren. Und sie erhielte dafür keinen Applaus. Im Internet finden sich zu jedem Thema zustimmend jubelnde Idioten.

Vergessen klappt nicht. Ignorieren würde ich am liebsten, weiß aber nicht, ob ich es kann.

Was meinst du?

Anzeigenfrei für aktive Leser

Habe ein bisschen mit dem Code der Seite gespielt. Wenn alles funktioniert, sollte für jede, die einen Kommentar geschrieben hat und im Browser Cookies zulässt keine Anzeige mehr zu sehen sein. Hübscher so, nicht wahr?

Dann noch schnell der Hinweis, dass morgen (Sonntag) nix neues auf Fett weg! erscheinen wird. Wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende!

Abschied von einer Hose

Riss in Hose

Es war nicht irgendeine Hose, die ich heute zu Grabe, Pardon, in den Hausmüll getragen habe. Es war meine Lieblingshose. Robustes Beinkleid, gute Begleiterin über lange Jahre. Mal kneifend, mal rutschend, hat sie mir stets treue Dienste geleistet.


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Quickies IV

84,8 Kilo

Wiegetag Fast wäre der 5. April 2006 als der Tag in die Geschichte eingegangen, an dem ich zum ersten Mal der Selbstverpflichtung, hier wöchentlich mein Gewicht festzuhalten, nicht nachgekommen wäre. Offenkundig ist diese Gefahr zunächst noch einmal gebannt, doch es bedurfte eines hartnäckigen schlechten Gewissens, welches mich nicht zur Ruhe kommen ließ.

Als ich mich nach dem Aufstehen auf die Waage stellte und diese 85,0 Kilo anzeigte, ergab sich eine kurze aber heftige Mensch-Technik Diskussion, in der ich meine Glaswaage an den Bestandteil “Glas” in ihrem Namen erinnerte und daran, was mit Glas passiert, wenn es mit genügend Energie auf härtere Materialien trifft. Die Drohung muss gewirkt haben, denn beim zweiten Waaggang, wog ich plötzlich 84,8 Kilo, eine Zahl, die sich in zwei kurzfristig angesetzten Überprüfungen bestätigte.

100 Gramm in zwei Wochen. Nicht gerade zum Freudensprünge machen. Ich weiß, die Zahl ist nicht unbedingt aussagekräftig, schließlich habe ich mich die letzten Tage täglich gewogen. Besäße meine Waage keine Digitalanzeige, sondern eine Nadel, könnte man die Ausschläge durchaus mit denen einer wild gewordenen Kompassnadel vergleichen. Munter tanzte sie zwischen 84,6 und 86,0 Kilo umher. Ich wünschte nur, heute wäre sie bei 84,6 geblieben.

Vermutlich ist dies der Nachteil eines wöchentlichen Wiegeplans. Während bei kontinuierlicher Abnahme die Ausfälle nach oben nicht zu sehen sind, sieht’s in weniger kontinuierlichen Momenten so aus, als täte sich gar nichts.

Nun ja, mit etwas Glück ist heute der letzte Tag meiner Regel. Ich hoffe auf schönere Zahlen in der nächsten Woche.

Waschtag

Heute war Waschtag. Ich schreibe darüber, weil ich guter Laune bin. Heute verlief nämlich alles genau nach Plan. Vielleicht sollte ich mich darüber gar nicht freuen, denn “nicht nach Plan” heißt in meinem Fall Treppen steigen und Treppen steigen macht bekanntlich schlanke Beine. Oder so.

Was beim Wäschewaschen denn schon alles schief gehen kann, fragt ihr? Selig seien die Ahnungslosen! Aber bitte, ich zähl’ mal auf:

1. Waschmaschine in Betrieb. Wir haben eine Waschmaschine für ca. 70 Bewohner (von denen viele zwar oft bei den Eltern waschen, aber immerhin). In einer hoffentlich nicht mehr allzu weit entfernten Zukunft werden wunderbare Technologien uns ermöglichen, von wo immer wir auch sein mögen, den Lade- und Betriebszustand einer Waschmaschine mit einem Klick zu überprüfen. Bis es soweit ist, müssen wir (wiederholt) Treppen steigen (wer braucht da noch Stepp-Aerobic?).

2. Waschmaschine defekt. Über Nacht kann es manchmal vorkommen, dass ein in Signalfarben warnendes “Defekt!!!”-Schild an der Wachmaschine klebt. Dann heißt es abzuwägen, wie dringend man saubere Wäsche braucht. Kann es noch ein paar Tage warten oder ist ein Gang zum Waschautomaten angesagt (der abnehmtechnisch zweifellos zu begrüßen wäre)?

3. Karte wird nicht angenommen. Waschmaschine und Trockner werden über ein Kartenlesegerät bezahlt und aktiviert. Manchmal kann es vorkommen, dass eine perfekt ungeknickte, nicht verkratzte, frisch gelöste Karte nicht angenommen wird. Dann ist erst mal ein Gang zu den zuständigen Stellen von Nöten (schwindende Kalorien ohne Ende).

4. Karte vergessen. Zugegeben, das ist mein Fehler. Ebenso wie Waschmittel vergessen. Da hilft nur Treppen steigen oder, im schlimmsten Fall (ein besserer Weight Watcher würde sagen: besten Fall), ein Gang zu den zuständigen Stellen um eine neue zu lösen.

Nicht eingerechnet habe ich die unzähligen Male, in denen ich in der Absicht Wäsche zu waschen hinabgestiegen bin, um mit gezückter Karte zu merken, dass ich die Wäsche oben vergessen hatte.

Müsste ich eine Großfamilie versorgen, wäre ich rank und schlank.

Nichts verpassen

Knospe

Als ich die Hauptverantwortung für Tapsi, unseren Familienhund, trug, war mindestens ein langer Spaziergang täglich für mich keine Belastung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Nachdem ich zu Hause ausgezogen war merkte ich schnell: keine Tapsi, keine Spaziergänge.

Vielleicht brauche ich eine Aufgabe, dachte ich heute. Eine Selbstverpflichtung, die gleichzeitig spannend genug ist, mich bei der Stange zu halten. Was lag näher, als meine neue Kamera einzuspannen? Mein Vorhaben: jeden Tag nach Draußen zu gehen und etwas zu fotografieren, das ich sonst verpasst hätte.

Ich bin mir bewusst, das Fotografieren nicht zu den kalorienverbrauchenden Sportarten zählt (zumindest habe ich in den einschlägigen Listen nichts gefunden), aber es bringt mich aus dem Haus und lässt mich Neues ausprobieren. Ein neues Hobby, selbst ganz ohne Gewichtsreduktionsfunktion, klingt in meinen Ohren gut genug.

Warum könnte? Ich kann!

Bin gerade von einem schönen Abendspaziergang zurückgekehrt, den ich beinahe nicht unternommen hätte.

Vor etwa einer Stunde erwischte ich mich dabei, wie ich aus dem Fenster schaute und dachte, wie schön es doch draußen sei. Vielleicht könnte ich morgen einfach mal spazieren gehen.

Kaum hatte ich diesen Gedanken ausgedacht, schrillte eine imaginäre Alarmglocke. Ich spulte zurück. Wie war das doch gleich? Spazierengehen, gut. Einfach mal, warum nicht? Aber könnte? Und morgen? Es braucht kein Diplom in Auf-die-lange-Bank-schieben, um zu erkennen, dass ich genau das tat. Und aus “morgen” und “könnte” wird bei mir schnell “nie” und “mit Sicherheit nicht”.

Aber warum? Spazierengehen ist doch keine Strafe, nichts Unangenehmes? Nun, darauf wusste ich keine Antwort und nach tiefenpsychologischer Selbstanalyse war (und ist) mir im Moment nicht zumute. Also schnappte ich mir Schuhe, Jacke und Hausmüll (den ich nicht mit mir spzieren trug, sondern in den vorgesehenen Container warf. Warum zweimal gehen, wenn einmal reicht?) und erkundete einen Teil meiner Nachbarschaft, in dem ich bisher viel zu selten war.

Es war still und ruhig und schön. Ich bin froh, dass ich konnte.